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Der Bauerngarten am Hof N.: 41 in Dangenstorf |
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Es
sei mir gestattet einen Hinweis auf eine Besonderheit dieses Gartens zu
werfen. Beim Pflanzen von Sträuchern wurden Scherben gefunden, die zu
Totenurnen gehören. Zeitlich sind sie der Epoche um Chr. Geb. einzuordnen
und gehören zu den hier damals ansässigen Langobarden. Ein Teil des
Gartens war also ein Friedhof. Erwähnenswert
ist, dass auch die Germanen bereits am Haus einen Garten kannten. Dangenstorf
wird 1330 erstmalig urkundlich erwähnt, ist aber wahrscheinlich von sächsischen
Siedlern als Straßendorf zur Zeit Heinrich des Löwen gegründet worden. Es
kann also gesagt werden, dass es seit dieser Zeit einen Bauerngarten an
dieser Stelle gegeben hat. Aber
wie sah er aus ? Karl
der Große hat 812 im „Capitulare de villis vel urtis imperii“ (Landgüterverordnung)
alle seine Krongüter im Reich einschließlich Sachsens, die
Dreifelderwirtschaft, den Obst- und Weinbau, die Zucht der Haustiere und
den Anbau der Pflanzen im Garten nach den detaillierten Vorgaben
angewiesen. Im einzelnen werden 73 Gemüse- Gewürz- und Heilpflanzen
sowie 14 Baumarten vorgeschrieben. In späteren Zeiten pflegten die
Benediktiner und Zisterzienser in den Klostergärten fast nur
Heilpflanzen, keine jedoch wegen ihrer Schönheit.
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Der
Klostergarten hatte 3 Bereiche:
Die
Anregung der kaiserlichen Landgüterverordnung von 812 zog im Laufe
der Jahrhunderte immer weitere Kreise; die Klostergärten wetteiferten mit
den Gärten der Krongüter und die Landgutbesitzer versuchten beiden zu
folgen. Erst
spät brachten Mönche aus Italien Blumen mit, die dann allmählich auch
in ländliche Gärten wanderten. Zitiert
wird von einem Mönch aus Italien: „Der
deutsche Mensch bewertet Blumen eher mit der Nase als mit dem Auge. Der
starke Geruch, dem man eine belebende, eine stärkende, ja heilende
Wirkung zuschreibt, wird zuerst an der Rose und Lilie mit Entzücken
hervorgehoben, während die geruchlosen Blumen verachtet werden“. Bis
zum 15. Jhd. vollzog sich allmählich der Einzug fremder Gewächse und
Zierpflanzen in ländliche Gärten. Vorreiter waren Apotheker, Pfarrer und
vereinzelt Lehrer sowie das gehobene Bürgertum und der Adel. Nach
dem Fall Konstantinopels 1553 gelangen besonders viele Zierblumen aus der
hohen Gartenkultur der Türken nach Europa und in die ländlichen Gärten.
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| Bilder | ||||
| Details | ||||
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Und
nun zum Bauerngarten:Der Bauerngarten ist erst seit Anfang des 20. Jhd. mehr oder weniger eine verbreitete Gartenform. Der erste dieser Art wurde
1913 im botanischen Garten Hamburg mit dem Ziel errichtet, auf kleiner Fläche
eine Art „Ideal“ darzustellen und Prinzipien der Ästhetik zu
beachten. Übernommen wurde die klassische Dreiteilung der alten Klostergärten.
Die Einfassungen erfolgten mit niedrigem Buchs, wie in Klostergärten. Beerenobst wurde mit eingefügt. Eine strenge geometrische Form überwog, die es jedoch zuvor bei Bauerngärten nicht gegeben hatte, da der Garten dem Raum am Haus angepasst wurde. Es gab kein gemeinsames Grundmuster. Vor 1900 sind solche geometrischen Gärten nirgendwo nachgewiesen. Und wie sah es hier aus ? Der heute noch erkennbare ehemalige Bauerngarten war nicht immer dort, denn er hätte Bewegungen zum Acker für Mensch und Tier erheblich behindert. Wo er einmal lag, ist unbekannt. |
Haus
und Grundstück wurde 1985 erworben. Vorgefunden wurden die heutigen 3 großen
Obstbäume und 2 Fliederbüsche, sonst nichts. Die
jetzige Anlage wurde so konzipiert, dass Rasen-Blickachsen,
Dauerstaudenbeete und Großbäume, wie Ahorne, Buchen, Hainbuchen, Eschen,
Linden, Platanen, Kastanien
und Eichen, die einmal prägend sein werden. Dazu kommen zahlreiche Blütensträucher
und Arten mit prächtiger Herbstfärbung sowie 2
Mammutbäume als Exoten: Sequoidendron giganteum und Metasequoia
glyptostroboides. Außerdem wurden 15 alte Obstbaumsorten 2006 gepflanzt. Nicht
zu vergessen, beherbergt der Garten ein Storchennest, aus dem seit 1997
bereits 18 Jungstörche hervorgegangen sind. Der
Bauerngarten ist also kein Bauerngarten, wie er 1913 in der Großstadt
Hamburg nach Nostalgiemaßstäben für ländliche Gärten erstmalig
konzipiert worden ist.
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