Wann
kamen die Gärten in die Welt?
In der Bibel steht: „Und Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden…“.
(1. Mose, 2,8)
Die chinesische Gartenkunst ist 5000 Jahre alt.
Von Anfang an war der Garten der Raum, der aus der Welt herausgeschnitten
schien. Der Traumraum. Das Paradies. Ein Wunschraum mit Zaun drumrum,
eingegrenzt wie das Leben, überirdisch schön, umfriedet, sogar
von der Sintflut verschont. Das altpersische Ursprungswort „Pairi-dae’-za“
bedeutete „umzäunter Park“.
Das lateinische Wort „Hortus“ steht für den geheimen Ort, den nur
betreten darf, wer eingeladen ist, und der seinem Besucher ewige Glückseligkeit
verspricht.
In Ägypten waren Gärten mythische Orte, wo man Wasser und
Schatten fand und wo sich die Seele auf ihrem Flug ins Totenreich auf
einem Zweig niederlassen konnte.
Die islamischen Gärten gruppieren sich um Brunnen als Symbol für
die göttliche Quelle des Lebens.
Odysseus wandelte hinter „ringsumzogener Mauer“ im Garten des Alkinoos.
„Pflanzet weiße Levkojen, pflanzt Narzissengefieder… auch Hyazinthen,
schneeweiß schimmernd, himmelblau strahlend“, schrieb Homer.
Die mittelalterlichen Paradiesgärtlein waren der Jungfrau Maria
und der Reinheit der Liebe gewidmet, in Klostergärten zog man Kräuter,
nutzte sie als „Gärten des Wissens“ zum Verständnis der Naturwissenschaften.
Erst in der Renaissance wurden Gärten zu einer Art Naturwohnraum. |
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In Italien prunkten die Päpste
und reiche Kaufleute mit mächtigen, symbolhaften Gartenanlagen,
um darin herumzuwandern und zu philosophieren. Gärten als Schauspiel,
tiefgründig inszeniert mit symmetrischen Wegen und steinernen Ungeheuern
als Zeichen der Spannung zwischen göttlicher Ordnung und unberechenbarer
Natur.
Die Gärten Frankreichs spiegelten später mit ihren streng
formalen Anlagen nicht nur die absolutistische Macht der Könige
(für jedes Begehen der Wege gab es Regeln, die immer den Herrscher
im Mittelpunkt sahen) – es ging auch darum, die Ordnung der Natur zu
ergründen, sich mit ihr zu messen, sie letztlich zu beherrschen,
indem man schnurgerade Sichtachsen schuf und Blattwerk auf jede Art
beschnitt.
Mit Jean-Jacques Rousseaus Ruf « Zurück zur Natur »
begann eine romantische Auffassung, die zu den holländischen und
englischen Landschaftsgärten führte und mit den „Gärten
der Empfindsamkeit“ zur Goethe-Zeit ihren sentimentalen Höhepunkt
fand
Diese weite Spanne suchen wir heutigen Gartennarren zu vereinen, manchmal
in verwegenen Mixturen. Und wir wollen mehr: Sie – unsere Gäste
– in außergewöhnlichen Stunden mit hinein nehmen in unsere
eigene, sehr persönliche Gartenwelt. Jedes offene Gartentor eine
Einladung, nicht nur ganz konkrete Gartenpläne und Pflanzenvielfalt
zu sehen. Sondern auch die Oase mitten in bewegter Welt.
Wenn’s glückt: Ein Stück vom Paradies.
Herzlich willkommen
in den
GARTENRÄUMEN des Wendlands |